Anspannungen abschütteln


 "Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne."

                                                                      Chinesisches Sprichwort

 

Wenn wir das Spiel unserer Mannschaft beobachten oder selbst in Aktion treten, geschieht es leicht, dass Anspannung uns ergreift. Uns mangelt dann die Lockerheit, derer wir dringen bedürfen. Hierdurch ändert sich eine wesentliche Ausgangsbedingung unserer Würfe. Da diese Bedingungen stets identisch sein sollten, müssen wir versuchen, der Anspannung aktiv entgegenzuwirken. Betreten wir also den Kreis, so tun wir das grundsätzlich nicht gehetzt oder mit einer "Zentnerlast" auf den Schultern. Wir schlendern gelassen hinein, atmen bewusst tief und gleichmäßig, lockern uns innerlich und gehen sodann entschlossen ans Werk.

Gefrorenes Gezweig, bar einstiger Schmiegsamkeit
Gefrorenes Gezweig, bar einstiger Schmiegsamkeit

Wenn wir eine Kugel geworfen haben und abermals am Zuge sind, achten wir darauf, dass zunächst "Anspannungslevel Null" erreicht wird, indem wir abermals tief durchatmen. Gelockert können wir dann weiter agieren. Nach schönen Treffern oder bitteren Fehlschüssen ist man häufig aufgewühlt. Solch Zustand will zunächst abgeschüttelt sein, soll auch der nächste Wurf unter den selben Voraussetzungen stattfinden – dieser, wie alle anderen auch.

Mag es auch banal klingen, allein durch das hier beschriebene Vorgehen ist es möglich, ohne besondere psychologische oder technische Kniffe, manch Fehler zu vermeiden.  

 

 

Thorsten


Bemerkung: Die Kürze dieses Artikels verhält sich umgekehrt proportional zu dessen Bedeutung für das Spiel. Manch Spieler mag zu der Erkenntnis gelangen, die auch dem Autoren – nach freilich viel zu langer Zeit – aufging, dass hartnäckige Schwierigkeiten seltener in der Sache selbst liegen, sondern vom Spieler unnötig bewirkt, sich mit dem rechten Odem in Nichts auflösen, wie der nächtliche Nebelhauch in der Morgensonne.

 

Bild: Hartriegelstrauch im Winter