Siegeswille und Spielkultur


"Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man sie auch ernst"

                                                             Gerhard Uhlenbruck

 

Gelegentlich vernimmt man Spieler während Trainingspielen wie folgt: „Diesen Wurf mache ich nur hier, in einem Punktspiel hätte ich das nie gemacht“ oder „Mach diesen besonders schwierigen Wurf, heute geht es ja um nichts.“ oder „Spiel wie du denkst, wir wollen ja heute nur Spaß haben.“

 

Diese Spieler müssen sich leider fragen lassen, ob sie die richtige Einstellung besitzen. Ein Spiel auf diese Weise anzugehen und dieses auch noch kundzutun, ist doppelt schlimm. Siegt der ernsthafter spielende Gegner, so ist sein Sieg entwertet, denn er hat ja gegen Leute gespielt, die nicht wirklich bei der Sache waren. Verliert er, so wirken die Aussagen nachträglich sehr arrogant, betonen sie doch, dass der Gewinn auch en passant erreichbar war.

 

Die Spielkultur leidet zudem darunter, wenn immer nur ein Teil der Spieler sein wirkliches Können zeigt oder Aktionen versucht werden, deren Gelingen rein vom Zufall abhängen.

 

Ähnlich destruktiv ist das gebräuchliche "Wir üben ja nur", vor oder nach fragwürdigen Aktionen. Schon als Ausrede grenzwertig, ist es als Erklärung indiskutabel. Übungen der Bewegungskoordination vollführt man besser solo und es stellt sich die Frage, was genau denn in einem "Spiel" geübt werden soll, dessen Erfolgsdruck man entweichen ließ. Gute Vorbereitung auf enge und "wichtige" Spiele sieht sicher anders aus.

 

Besser ist es, jedes Spiel mit der selben Ernsthaftigkeit anzugehen. Darum sollte der Wille zum Sieg immer gleich groß sein, ob man nun im Park oder im Turnier spielt, ob man gegen Profis antritt oder gegen blutige Anfänger. So wird jedem Gegner der Respekt gezollt, den er erwarten darf.

 

Thorsten


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