Zwillinge, Drillinge


"Wer bewirken könnte, dass auf demselben Fleck Erde zwei Ähren Korn oder zwei Halme Gras wachsen, wo vorher nur eines gedieh, der diente der Menschheit besser und leistete seinem Vaterland wesentlichere Dienste als die Gesamtheit aller Politiker.“

                                          Jonathan Swift

 

Streift ein Spieler den Status des Adepten ab und begibt sich auf den langen Weg zur Meisterschaft, wächst die Fähigkeit, gute Würfe zu wiederholen. Gelingen jedoch Anfängern gute Aktionen, können sie diese nur selten reproduzieren. Der Grund dafür liegt im unbewussten Spiel „aus dem Bauch heraus“.

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Erfolge aneinanderreihen

    

 

Wenn ein Spieler eine Kugel gut legt, hat er möglicherweise den Boden richtig gelesen und zudem seinen Bewegungsablauf im Griff; es kann aber auch reiner Zufall gewesen sein. Das zeigt sich dann bei der nachfolgenden Aktion. Gelingt die identische Wiederholung des Wurfes, ist ein versierter Spieler am Werk. Solche Bouler können ihre Gegner gehörig unter Druck setzen.

 

Die beschriebene Fähigkeit ist wesentlich für gutes Spielen. Disziplin und Konzentration sind unerlässlich. Aktionen zu duplizieren, bedeutet professioneller zu spielen. Das Spiel gewinnt so an Reife. Wie kann das gelingen?

 

Zunächst muss das eigene Handeln genau beobachtet werden. Jede Aktion ist zu bedenken und zu planen. Anfangs geht dadurch die Lockerheit verloren. Man gewinnt aber viele Einsichten, die zuvor übersehen wurden. Die Lockerheit wird zurückkehren, die gewonnenen Einsichten bilden jedoch einen nie versiegenden Quell, aus dem künftig geschöpft werden kann.

 

Weiterhin sollten Bewegungen möglichst standardisiert werden. Nur ein eingeübter, oft wiederholter Bewegungsablauf ist auch im entscheidenden Moment abrufbar. Der Stil sollte einfach und so rein wie möglich sein. Besonders wichtig ist es, an seinem Stil auch in Drucksituationen festzuhalten.

 

Nach einiger Zeit bildet sich dann die Fähigkeit heraus, sich selbst wie in einer kurzen Filmsequenz zu betrachten (Selbstvisualisierung). Das Gehirn ist in der Lage, den kompletten Bewegungsablauf als Muster zu speichern und diesen zu visualisieren. Alle professionellen Sportler nutzen diese Technik, mit der sie ihr Handeln geistig durchspielen, bevor es tatsächlich erfolgt.

 

Das Einprägen des eigenen Donnée zählt zum Wichtigsten, das ein Boulespieler zu beherzigen hat. Es zu kennen reicht aber nicht, man muss es auch mehrfach mit identischem Ergebnis treffen können. Wer danach strebt, einer wertvollen Kugel noch Geschwister folgen zu lassen, hat den richtigen Weg eingeschlagen. Alleine durch dieses Streben wird sich unweigerlich eine Verbesserung einstellen. Der Zufall wird so zurückgedrängt und das Spiel gewinnt an Tiefe.

 

Thorsten


Bild: Pilze am Südsee in Braunschweig