Wohin mit dem Blick?


Es ist ganz natürlich, dass ein Mensch seinen Blick auf die Bereiche richtet, wo die "Action" stattfindet. Bewegungen ziehen den Blick auf sich, ebenso bunte Farben. Anfänger fixieren daher gerne das Schweinchen und werfen dann ihre Kugeln irgendwie in dessen Richtung. Gern werden auch die Kugeln beim Rollen beobachtet. Kontrolle über die eigene Blickrichtung zu haben, die richtigen Dinge zu fokussieren, das zeichnet den erfahrenen Spieler aus und ermöglicht erst ein konzentriertes Werfen.

 

Pétanque / Boule - Tipps & Tricks - Wohin mit dem Blick? - Taktik / Boulelexikon
Donnée bei Nacht - Unwichtiges verschwindet

Es gibt nur einen Punkt, der für den Spieler im Kreis von Interesse ist - sein Ziel. Für den Leger ist das sein erwähltes Donnée; für den Schützen ist es die zu entfernende Kugel. Alles andere sollte möglichst ausgeblendet werden. Für einen hochkonzentrierten Werfer existiert nur dieses Ziel und sonst absolut nichts. Es ist daher nur folgerichtig, das Auge genau darauf zu richten und den Blick nicht abschweifen zu lassen, bis der Wurf beendet ist.

 

Am augenfälligsten wird das Abschweifen des Blickes bei sehr hohen Hochporteéwürfen. Dabei ist zunächst jeder versucht, die Kugel, die vollkommen aus dem Gesichtsfeld verschwindet, mit den Augen zu verfolgen. Aber auch hier - ebenso wie bei allen anderen Würfen - gilt es, diesen Reflex zugunsten der eigenen Konzentration zu überwinden.

 

Wenn wir nach einer Flasche greifen, dann müssen wir nicht unsere Hand dabei beobachten und kontrollieren, ob sie ihr Ziel erreicht. Wir fokussieren die Flasche und ergreifen sie auf vollkommen natürliche Weise. Genau diese Natürlichkeit streben wir auch im Umgang mit unseren Kugeln an. Letztlich sollen sie zu einem unserer Körperteile werden. Wir können sie dann jederzeit erspüren, auch wenn wir sie weder halten noch sehen.

 

Thorsten


Bild: Donnée auf einem Feldweg nahe Groß Schwülper