Kontergefahr


Es kommt nicht selten vor, dass eine unserer Kugeln wertvoll liegt, der Gegner aber seinerseits eine Kugel direkt davor platziert (sagen wir ca. 10 cm). Viele Spieler scheuen sich dann, diese Kugel wegzuschießen, weil sie befürchten, die eigene Kugel ebenfalls zu entfernen (Kontern).

 

Diese Vorsicht ist, besonders wenn wir in erheblichem Kugelvorteil sind, nicht angebracht. Häufig wird so das Einsammeln weiterer Punkte erschwert.

Wenn man sauber auf Eisen trifft (au fer), dann ist die Wahrscheinlichkeit, die hintere Kugel versehentlich zu entfernen, hinreichend gering, den Angriff sinnvoll erscheinen zu lassen. Es gilt hier das Prinzip: Einfallwinkel = Ausfallwinkel und zwar sowohl für die Horizontale als auch für die Vertikale. Da wir stehend schießen, wird also die getroffen Kugel die Neigung haben, aufzusteigen. Liegen die Kugeln also nah beieinander, so wird sie die hintere Kugel meist überspringen. Jede Abweichung in der Horizontalen erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die geschossene Kugel seitlich abprallt und zu keinem Konter führt. 

 

Die Trefferzone auf der Kugel, die tatsächlich ein Kontern bewirkt, ist erheblich kleiner als der Bereich, der getroffen werden kann, ohne einen Konter zu bewirken. Die Wahrscheinlichkeit ist also auf der Seite des Schützen. Dieser darf das Risiko eingehen.

Es lohnt sich, solch eine Situation einmal zu Übungszwecken aufzubauen und zu beobachten, wie gering die Anzahl der Fälle ist, in denen wirklich beide Kugeln entfernt werden.

 

Thorsten


Ergänzung: Das hier skizzierte Thema wird erweitert durch: Das Newtonpendel